(orientiert am BABOK® Guide / IIBA® und entspreochend dem CBAP)
Eine E2E Prozesslandkarte von Anfang bis zum letzten Schritt
Etwa vom Marketing, über die Kundenanfrage, dem Angebot, Auftrag, Bestellung, Fertigung und Auslieferung inklusive After Sales erstellen – Themen, das Vorgehen bzw. Methodik und der Aufwand
Die Erstellung einer End-to-End-Prozesslandkarte (E2E) dient dazu, ein gemeinsames Verständnis über Geschäftsprozesse, Verantwortlichkeiten und Systemabhängigkeiten zu schaffen. Sie bildet die Grundlage für Transformationen wie Post-Merger-Integration, Systemmigrationen oder die Einrichtung eines Shared Service Centers (SSC).
Der methodische Rahmen lässt sich gut an den Ansätzen des International Institute of Business Analysis (IIBA) und dem BABOK® Guide ausrichten – insbesondere in den Knowledge Areas:
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- Business Analysis Planning and Monitoring
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- Elicitation and Collaboration
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- Strategy Analysis
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- Requirements Analysis and Design Definition
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- Solution Evaluation
Die Rolle eines CBAP-qualifizierten Business Analysts besteht dabei vor allem darin, Struktur, Methodik und Moderation für diese Transparenz zu liefern.
1. Ziel einer E2E-Prozesslandkarte
Eine E2E-Prozesslandkarte beantwortet drei zentrale Fragen:
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- Wie funktioniert unser Geschäft wirklich?
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- Welche Abhängigkeiten bestehen zwischen Funktionen, Systemen und Verantwortlichkeiten?
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- Wo entstehen Effizienzverluste, Risiken oder Übergaben?
Diese Transparenz ist entscheidend für:
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- ERP-Transformationen
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- Post-Merger-Integrationen
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- Shared Service Center Initiativen
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- Governance und Compliance
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- Prozessautomatisierung und AI-Use-Cases
2. Struktur der Prozessmodellierung
Die Modellierung erfolgt typischerweise hierarchisch.
L1 – Value Chain / Enterprise Process Map
Top-Level-Sicht auf die Wertschöpfung.
Typische Struktur:
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- Order to Cash
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- Procure to Pay
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- Hire to Retire
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- Record to Report
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- Plan to Produce
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- Idea to Market
Ziel:
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- gemeinsame Sprache im Unternehmen
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- klare Abgrenzung der Kernprozesse
Aufwand: gering (Management Workshops).
L2 – Business Process Architecture
Hier werden die Hauptprozesse strukturiert.
Beispiel Procure-to-Pay:
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- Supplier onboarding
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- Purchase requisition
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- Purchase order management
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- Goods receipt
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- Invoice verification
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- Payment
Methodisch häufig genutzt:
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- SIPOC-Diagramme
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- High-Level BPMN
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- Systemlandkarte
Ziel:
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- Klarheit über Prozessverantwortung
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- Identifikation von Schnittstellen
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- Vorbereitung für Transformationen
L3 – Detailprozesse
Nur für kritische oder komplexe Abläufe erforderlich.
Typische Beispiele:
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- Invoice matching
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- Purchase order approval
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- Payroll processing
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- Customer complaint management
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- Production change management
Methoden:
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- BPMN-Diagramme
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- RACI-Matrix
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- Swimlane-Darstellungen
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- Systeminteraktionsdiagramme
Hier entstehen auch die Grundlagen für:
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- Automatisierung
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- Shared Services
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- Standardisierung
3. Zentrale Analyseartefakte
SIPOC
SIPOC hilft bei der schnellen Strukturierung eines Prozesses:
| Supplier | Input | Process | Output | Customer |
|---|
Nutzen:
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- schneller Überblick
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- klare Abgrenzung des Prozesses
BPMN
Business Process Model and Notation zeigt:
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- Ablauf
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- Entscheidungen
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- Rollen
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- Systeminteraktionen
Besonders wichtig für:
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- IT-Integration
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- Automatisierung
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- Prozessverbesserung
RACI
Klärt Verantwortlichkeiten:
| Rolle | Responsibility |
|---|---|
| Responsible | operative Durchführung |
| Accountable | Ergebnisverantwortung |
| Consulted | eingebunden |
| Informed | informiert |
Gerade bei Post-Merger oder Shared Services entstehen hier häufig Konflikte.
4. Typische Projektschritte
Ein strukturiertes Vorgehen umfasst typischerweise:
Phase 1 – Scope Definition
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- Auswahl der Kernprozesse
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- Festlegung der Organisationseinheiten
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- Identifikation der Stakeholder
Phase 2 – Elicitation Workshops
Moderierte Workshops mit Fachbereichen.
Typische Teilnehmer:
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- Process Owner
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- Key User
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- IT-Architekten
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- Controlling
Ziel:
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- Ist-Prozesse verstehen
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- Systemabhängigkeiten erfassen
Phase 3 – Modellierung
Erstellung von:
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- Prozesslandkarte (L1/L2)
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- BPMN-Modellen
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- RACI-Matrix
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- Systemübersicht
Phase 4 – Validierung
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- Review-Workshops
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- Abstimmung mit Management
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- Anpassung
Phase 5 – Ableitung von Initiativen
Aus den Modellen entstehen:
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- Standardisierungen
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- Automatisierungen
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- SSC-Kandidaten
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- Transformationsroadmap
5. Grundlage für Shared Service Center
Eine E2E-Prozessanalyse zeigt:
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- welche Tätigkeiten standardisierbar sind
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- welche lokale Expertise benötigen
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- welche automatisierbar sind
Typische SSC-Kandidaten:
Finance
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- Accounts payable
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- Accounts receivable
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- Travel expenses
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- Master data
HR
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- Payroll preparation
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- Recruiting administration
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- Training administration
Procurement
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- Purchase order processing
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- Supplier master data
IT
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- Service desk
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- Access management
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- Infrastructure operations
6. Aufwand in einem Konzernumfeld
Pilotgesellschaft (erste Landesgesellschaft)
Scope:
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- Finance
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- HR
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- Procurement
-
- IT
Typischer Aufwand – je nach aktuellem Reifegrad der Organisation (falls bereits Prozesse in einem Shared Service Center zusammengeführt sind, verkürzt sich der Aufwand dramatisch):
| Phase | Aufwand |
|---|---|
| Vorbereitung | 2–3 Wochen |
| Workshops | 4–6 Wochen |
| Modellierung | 3–4 Wochen |
| Validierung | 2 Wochen |
Gesamt:
8–12 Wochen
Team:
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- 1 Lead Business Analyst / CBAP
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- 1–2 Process Analysts
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- Fachbereichsteilnehmer
Skalierung auf weitere Landesgesellschaften
Nach dem ersten Modell sinkt der Aufwand deutlich.
Grund:
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- Prozessstruktur vorhanden
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- nur lokale Unterschiede zu erfassen
Typischer Aufwand pro Land:
3–5 Wochen
7. Nutzen für Transformationen
Die E2E-Prozesslandkarte liefert:
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- Transparenz über Abläufe
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- klare Verantwortlichkeiten
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- Grundlage für IT-Integration
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- Basis für Shared Services
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- Vorbereitung für Automatisierung und AI
Oder einfacher gesagt:
Ohne Verständnis der eigenen Prozesse lässt sich kein Unternehmen nachhaltig verändern.